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Das Fertighaus als Architektenhaus

Viele künftige Bauherren verbinden mit dem Begriff Fertighaus den Gedanken an mehrere Varianten von standardisierten Grundrissen, bei denen von vornherein fest steht, wo sich die Fenster und Türen des künftigen Gebäudes befinden, und bei denen auch keine individuellen Veränderung der Raumaufteilungen möglich sind. Diese Vorstellung entspricht schon seit einiger Zeit nicht mehr der Realität, denn auch das Fertighaus kann nach völlig individuellen Vorstellungen geplant werden.

 

Wer das Fertighaus als Architektenhaus planen lässt, der hat die Wahl, ob er standardisierte Wandelemente verwendet, die als günstige Bauteile aus Kleinserien gekauft werden können, oder ob er seine benötigten Bauelemente nach Maß anfertigen lässt. Der Architekt kennt die Größen und Varianten der standardisierten Bauteile und wird das gesamte Gebäude auf Wunsch so konzipieren, dass es sich trotz individuellem Grundriss komplett aus solchen preisgünstigen Teilen errichten lässt. Bei der Maßanfertigung muss man in den meisten Fällen etwas länger auf die Lieferung warten und auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

 

Dafür genießt man den Vorteil, dass hier salopp ausgedrückt das Haus rund um die vorhandenen Möbel geplant werden kann.

 

Doch nicht nur ein optimaler Grundriss und ein günstiger Preis spielen beim Fertighaus als Architektenhaus eine entscheidende Rolle. Neuerdings ist jeder Bauherr und somit auch der Architekt dazu gezwungen, Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Nutzung von alternativen und umweltfreundlichen Energien zu ergreifen, ganz aktuell ist in diedem Bereich das Passivhaus. Hier müssen immer auch die örtlichen Gegebenheiten mit einbezogen werden. Nicht jede Lage und Ausrichtung macht den Einsatz einer Solaranlage sinnvoll. Hier kann man auf Wärmepumpen oder auf effiziente Pelletheizungen ausweichen, um die Anforderungen für den Energiepass für Neubauten erfüllen und bei den späteren Heizkosten sparen zu können.

 

Wer das Fertighaus als Architektenhaus planen und errichten lässt, sollte von vornherein auch darauf achten, dass alle möglichen oder im Budget liegenden Maßnahmen zur Einsparung von Strom und Heizenergie ergriffen werden, meiste geschieht das über einer Energieversorgung durch eine Wärmepumpe. Das kann durch eine optimale Anordnung der Fenster genauso geschehen wie durch den Einbau von Tageslichtspots in innen liegenden Fluren in der oberen Etage. Bei den Heizkosten kommen gute Isolierungen zum Tragen. Sie erfordern zwar bei Bau geringfügig höhere Investitionen, doch diese rechnen sich erfahrungsgemäß recht schnell. Deshalb werden beim Fertighaus als Architektenhaus immer auch Fenster mit Dreifachverglasungen und moderne thermisch isolierende Fassadenverkleidungen angeboten. Die klassische Variante der hinterlüfteten Styropor Verblendung ist hier schon lange nicht mehr die effektivste Isolation. Hier findet der künftige Bauherr inzwischen sehr viel Auswahl mit unterschiedlichen Effizienzgraden bei der Isolierung vor.

 

Wenn man ein Fertighaus mit Denkmalschutzauflagen als Architektenhaus planen lässt, dann bedeutet das in keinem Fall, dass man auf eine hochwertige Isolation verzichten müsste. Das ist heute selbst bei den Gebäuden möglich, die von der Außenansicht her einem Fachwerkhaus entsprechen müssen. Diese Optik kann man mit Zierverblendungen an der Außenseite der Isolierung der Fassade erreichen oder man versetzt die Thermoisolation gleich auf die Innenseiten des Gebäudes. Isolierfenster mit Dreifachverglasung sind inzwischen sogar schon als Ausführungen mit Stegen erhältlich, bei denen eine traditionelle Optik eines Bauernhauses erzielt werden kann. Und selbst in einem klassischen Ziegelschornstein kann man beim Fertighaus als Architektenhaus den Abzug einer modernen und im Unterhalt günstigen Heizung verstecken.